Zeit für einen Führungswechsel

Stadtverordneter Marco Hammer übt offene Kritik am Rathaus

Marco Hammer gehört zu den aktiven Machern der Stadt. Stadtverordnetenversammlung, Gewerbeverein, Verkehrswacht, Schule – dort, wo Ideen und Engagement Ehrenamtlicher gefragt sind, legt sich der Familienvater ins Zeug. Auch von seiner Geschäftstätigkeit, Marco’s Zweiradshop ist das Fahrrad-Mekka im Elbe-Elster-Zweistromland, lässt er sich nicht bremsen. Er packt mit an beim Pfingstrock und ist einer der Köpfe des alljährlichen Teichfahrens und Fette-Reifen-Rennens in Grochwitz.

"Eine Zusammenarbeit, die das Vorankommen von Herzberg

im Blick hat, gibt es im Stadtparlament nicht."


Marco Hammer und Tochter Sophie beim Schlittschuhlaufen auf den Grochwitzer Teichen.

Herr Hammer, geht Ihnen die Puste aus bei diesem Programm?

 

Ich bin mit Leib und Seele Herzberger. Ich lebe und arbeite hier, da halte ich es für selbstverständlich, dass ich mit anpacke und Verantwortung übernehme. Problematisch ist nicht die Masse an Aufgaben. Schwierig wird es erst dann, wenn man ausgebremst wird, wenn Wege verstellt werden und das Miteinander nicht funktioniert.

 

Woran denken Sie dabei konkret?

 

Im kommenden Jahr feiern wir zehn Jahre Teichfahren in Grochwitz. Anfangs gab es Unterstützung von der Stadt Herzberg, die Verwaltung trat als Beschleuniger auf. Inzwischen ist kaum noch Entlastung zu spüren und das, obwohl das Teichfahren mit bis zu 1000 Besuchern und 100 Radrennen-Teilnehmern enorm gewachsen ist. Das Orga-Team stemmt die Vor- und Nachbereitung komplett selbst. Genehmigungen einholen, Preise einwerben, mähen, säubern, aufbauen – alles wird von Freiwilligen erledigt. Die Unterstützung aus dem Rathaus beschränkt sich auf die kostenfreie Erteilung einer Plakatierungsgenehmigung. Auf flotte Genehmigungsverfahren und Anerkennung für den Einsatz der vielen jungen Leute warten wir vergebens.

 

 

Kommt von anderen Seiten Unterstützung?

 

 

Ja und das freut uns. Benni Hamann hat durch ein Förderprogramm des Landkreises, Mittel für Pokale, Preise und Aufwendungen akquiriert. Firma HEINZSOFT sponsert Urkunden und Medaillen, Mirko Haufe übernahm die Kosten für die Versicherung. Danke dafür. 

 

Als Abgeordneter sitzen Sie in der ersten Reihe der Stadtpolitik. Können hier nicht die Weichen für mehr Unterstützung von Ehrenamtlichen gestellt werden?

 

Wenn es so einfach wäre. Um das Redeklima in der Stadtverordnetenversammlung und in den Ausschüssen ist es nicht gut bestellt. Der Bürgermeister lässt Transparenz nicht zu. Wir erhalten gefilterte Informationshäppchen, wichtige Themen landen zu selten und häufig zu spät in den Gremien. Diskussionen werden gebremst, indem der Bürgermeister auf Formfehler und nicht nachvollziehbare Verwaltungsvorschriften verweist. Zielführende Ideen erarbeiten wir kaum noch. Eine Zusammenarbeit, die das Vorankommen von Herzberg im Blick hat, gibt es im Stadtparlament nicht.

Es wird Zeit für einen Führungswechsel.

 

Mit Marco Hammer sprach Stephanie Kammer 


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